RÜCKBLICK 2003

Informationen Herbst / Winter 2003

21. Dezember 2003

Änderungsantrag des DVG zur Teilrevision der Bau- und Zonenordnung — Verkaufserlös zuhanden des Elternrates — Geschichten über den Mann im Mond.
Neugierig? Mehr in den neuesten Informationen unseres Präsidenten Martin Pfenninger.

Samichlaus-Treffen

07. Dezember 2003

Bei herrlichem Wetter besuchte der Samichlaus mit seinem Pony die vielen Kinder und Erwachsenen bei der Waldweiherhütte. Mit einem grossen Sack voller Nüsse, Mandarinen und Knabbereien machte er den Kindern, die viele schöne Sprüchli und andere spannende Geschichtli zu erzählen hatten, eine grosse Freude.
 
Neben dem wärmenden Feuer half gegen die kühle Bise bei den Erwachsenen ein Becher mit Glühwein und bei den Kindern einer mit heissem Punsch, welche auf dem Feuer frisch zubereitet wurden.

Der Schlittelhügel bleibt uns erhalten!

01. Dezember 2003

In der Revision der Bau- und Zonenordnung, die an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2003 zur Abstimmung gelangt, ist die Einzonung im Gebiet Schweikrüti (Schlittelwiese) nicht mehr enthalten.

Im Weisungsheft der Gemeinde Thalwil ist dazu folgendes nachzulesen:
 
«Einzonung Schweikrüti
 
Die in mehreren Einwendungen formulierte grosse Opposition gegen eine Einzonung im Gebiet Schweikrüti zeigt, dass eine solche, auch in reduzierter Form, wie sie in einer Einwendung angeregt wurde, zur Zeit politisch keine Chance hat. Sie ist deshalb in der bereinigten Vorlage nicht mehr enthalten.
 
Eine Einwendung schlug vor, jenen Teil der öffentlichen Zone Schweikrüti, der früher für ein ökumenisches Zentrum vorgesehen war, dafür aber nicht mehr benötigt wird, in eine Wohnzone umzuteilen. Dieser Vorschlag wird als grundsätzlich sinnvoll erachtet, erfordert aber weitergehende Abklärungen und soll deshalb erst im Rahmen einer späteren Gesamtüberprüfung des Zonenplanes im einzelnen diskutiert und beschlossen werden.»

 

 

 

 

Die Stimme von «ennet dem Berg»

27. November 2003

In Thalwil ist nicht nur viel Verbindendes, sondern auch Trennendes zu erkennen. So trennt beispielsweise die Zimmerbergkette den Ortskern Thalwil unerbittlich vom Ortsteil Gattikon. Dass die Gattiker aber nicht einfach «hinter dem Berg» versauern, dafür sorgt der umtriebige Dorfverein Gattikon. Er nimmt eine Vielzahl von Funktionen wahr.

Der Dorfverein Gattikon DVG ist das Sprachrohr eines ganzen Ortsteils
 
Von den rund 16000 Einwohnern Thalwils leben 2600 quasi «hinter dem Berg», also nicht auf der Seeseite der Zimmerbergkette, sondern gegen das Sihltal hin in Gattikon.
 
Während vor über 100 Jahren Gattikon noch ein ruhiges, abgeschiedenes Bauerndorf mit neun Höfen war, hat die stürmische Bau- und Verkehrsentwicklung mittlerweile dazu geführt, dass Gattikon und Thalwil über den Zimmerberg hinweg beinahe verschmelzen. Nur gerade noch die Autobahn und etwas Wald trennen Gattiker und Thalwiler voneinander. In Zeiten der Mobilität also fast nichts mehr.

130-jährige Tradition
 
Schon früh war aber eine Gattiker Identität spürbar. Bereits 1873 wurde eine Lesegesellschaft Gattikon gegründet, aus der 1959 der Dorfverein Gattikon hervorging. Dieser nimmt die Interessen der Wohnbevölkerung aus Gattikon wahr und ist bestrebt, das Lebensgefühl und die Dorfgemeinschaft der Gattiker in vielerlei Hinsicht zu fördern und zu stärken.
 
Der Verein mit seinen 360 Mitgliedern ist politisch neutral und wird derzeit von sieben Vorstandsmitgliedern und einem Schnuppermitglied geleitet, die allesamt in Gattikon wohnen müssen. Der Dorfverein Gattikon tritt zudem gegenüber den Thalwiler Behörden als Interessenvertreter des Dorfteils Gattikon auf und entsendet Vertreter in Kommissionen und den Gemeinderat.
 
Das Besondere dabei: Der Dorfverein delegiert getreu seinen Statuten nur Parteilose in politische Gremien. Derzeitiger Vertreter Gattikons im Gemeinderat ist der Sozialvorstand Hans Langenegger.

Vielfältige Aktivitäten
 
Um eine lebendige Dorfgemeinschaft zu pflegen, ist der Dorfverein Gattikon aber vor allem kulturell vielseitig tätig. In regelmässigen Abständen wird die Bevölkerung zum «Gattikoner Stamm» gerufen, an dem in gemütlichem Rahmen über politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen informiert und diskutiert wird. In diesen Stämmen lebt das Bild der früheren Schicksalsgemeinschaft wieder auf, in der es üblich war, Probleme in grosser Runde gemeinsam anzupacken.
 
Aber es wird nicht nur nachgedacht und diskutiert im Dorfverein Gattikon, auch Erholung und Entspannung und die Treffen unter Freunden haben ihren Platz im Jahreskalender. Der Auffahrtsbummel ist aus Gattikon ebenso wenig wegzudenken, wie das Samichlaus-Treffen am Waldweiher, der Spielzeug-Flohmarkt im Sommer oder der Räbeliechtli-Umzug Anfang November.
 
Den Auftakt zum Jahresprogramm bildet aber immer der Neujahrsapéro, bei dem die Bevölkerung in geselliger Gemeinschaft die Gelegenheit hat, die Nachbarn und das neue Jahr willkommen zu heissen.

Aktiver Vorstand
 
Derzeit wird der Verein von Martin Pfenninger geleitet. Mit seinen sechs Vorstandskolleginnen und -kollegen engagiert er sich, in Gattikon weiterhin aktive Gesellschaftsarbeit zu leisten. Alle Neuzuzüger werden persönlich angeschrieben, damit der Verein auch weiterhin auf einen möglichst grossen Mitgliederbestand bauen kann.
 
Und damit im Vorstand gelegentlich das eine oder andere Mitglied etwas kürzer treten kann, werden auch immer Personen gesucht, die sich vertieft mit dem Leben in Gattikon auseinandersetzen wollen.
 
Um die Gattiker jederzeit wissen zu lassen, was in ihrem Ortsteil los ist, informiert der Dorfverein Gattikon immer wieder mit Infoblättern. Daneben ist der Verein aber auch im Internet präsent.
 
Der Verein informiert aber natürlich nicht nur über die eigenen Aktivitäten, sondern führt in seinem Jahresprogramm auch die vielen Veranstaltungen in Thalwil selbst auf. Schliesslich sind Gattiker immer auch Thalwiler und wollen sich keineswegs von Thalwil abspalten.

 

Informativer Stamm
 
Am letzten Gattikoner Stamm konnten sich die Interessierten im Gemeinschaftsraum Obstgarten aus erster Hand über anstehende Thalwiler Projekte informieren lassen. Gemeinderat Hans Langenegger und Projektmanager Enrico Caruso gaben Einblick in die Vorlage zum Alterszentrum Thalwil, über das am 30. November abgestimmt werden kann. Sie machten eine regelrechte Auslegeordnung über die Entwicklung des Projekts und seine überarbeiteten Dimensionen. Anhand diverser Pläne und Zahlentabellen erläuterten die beiden, über welche Infrastruktur die nächste Generation von alten und teils pflegebedürftigen Thalwilern im Falle eines zustimmenden Abstimmungsresultats verfügen kann.
 
Aber auch zur ausserfamiliären Kinderbetreuung nahm Hans Langenegger detailliert Stellung. Zu dieser Vorlage können die Thalwilerinnen und Thalwiler an der Budget-Gemeindeversammlung Stellung nehmen.
 
Nach so viel Politik machte Reto Stampfli mit seinen Ausführungen zum Turnfest Zimmerberg 2004 schliesslich den Abschluss des Abends mit Sport. Er gab Auskunft zu den Planungsarbeiten für den wohl bisher grössten Sportanlass in Thalwil, der im Sommer 2004 einige Tausend behinderte und nichtbehinderte Sportlerinnen und Sportler nach Thalwil strömen lässt.

Der Artikel erschien im Thalwiler Anzeiger vom 22. November 2003, Autor: Charles Dössegger.


 

Tag der offenen Türe im Schweikrüti

22. November 2003

Am Samstag 22. November 2003 fand im Schulhaus Schweikrüti, anlässlich der abgeschlossenen Schulhaussanierung, ein Tag der offenen Türe statt.
 
Das Jungendspiel Langnau eröffnete den Anlass mit einem Konzert, gefolgt vom Schweikrütichor, welcher aus den Schülerinnen und Schüler des Schulhauses Schweikrüti besteht. Im Anschluss an die Ansprachen verschiedener Behördenvertreter sorgte der Dorfverein Gattikon zusammen mit dem Elternrat der Schuleinheit Schweikrüti für das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste.
 
Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Verpflegung und Getränke geht zugunsten des Elternrates der Schuleinheit Schweikrüti. Damit werden anstehende Projekte wie Schulwegsicherung und Gewaltprävention usw. finanziert. An den Info-Ständen konnten sich die Besucher unter anderem über den Dorfverein Gattikon und den Elternrat der Schuleinheit Schweikrüti informieren.

Gattikoner Stamm

11. November 2003

Der dritte Dorfverein-Stamm widmete sich den Themen Alterszentrum Thalwil, der ausserfamiliären Kinderbetreuung und dem Turnfest Zimmerberg 2004.

Vorlage Alterszentrum Thalwil
 
Hans Langenegger stellte zusammen mit Enrico Caruso (Stiftung Krankenhaus Thalwil) die Vorlage zum Alterszentrum, die am Monatsende zur Abstimmung kommen wird, vor. Dem Leitgedanken der Gemeinde folgend, ruht das Altersleitbild auf den Säulen Wohnen, Betreuen und Pflegen.

Die Vernehmlassungantworten zum ersten Vorschlag Alterszentrum verlangte vor allem die Senkung der Investitions- und Betriebskosten sowie eine Überprüfung der Aufgabenteilung zwischen der Gemeinde und der Stiftung. Es wurden deshalb verschiedene Massnahmen beschlossen. Das überarbeitete Projekt verzichtet im Oeggisbüel auf eine Wohngruppe für Demenz.

Im Seehaus werden die stationäre Pflege, Pflegewohngruppen, eine Abteilung für Demenzkranke eingerichtet. Im Seehaus finden zudem weitere Dienste wie die Spitex, ein Restaurant, Kiosk, Schulung, Aktivierungstherapie und Einrichtungen für die Infrastruktur Platz. Im Waldhaus stehen 16 2½-Zimmer- und 8 3-Zimmer-Wohnungen zur Verfügung. Schliesslich wird neu ein Begegnungszentrum gebaut.

Der Gemeinde wird vorgeschlagen, einen Beitrag von 5,1 Mio. à fond perdu für die zu erstellenden Provisorien und das Begegnungszentrum zu sprechen. Weiter soll der Stiftung ein verzinsliches und rückzahlbares Darlehen von 23, 8 Mio. vergeben werden.
Stimmen die Stimmbürger der Vorlage zu, beginnt im Jahr 2004 die Planungsphase und die Erstellung der Provisorien. 2005-2006 folgen der Umbau und die Sanierung des Seehauses. 2007 würden der Abbruch und Neubau des Waldhauses und Begegnungszentrums in Angriff genommen.
Wird die Vorlage abgelehnt, fallen das Projekt und 2 Mio. Planungskosten dahin, der Versorgungsauftrag könnte nicht erfüllt werden und die Durchsetzung des Altersleitbildes würde sich verzögern. Zudem muss das Seehaus auf jeden Fall saniert werden. Alle Details finden sich in der Weisung in den Abstimmungsunterlagen.

Ausserfamiliäre Kinderbetreuung
 
Das Thema ausserfamiliäre Kinderbetreuung beschäftigt die Gemeinde seit einiger Zeit. Das dazu ausgearbeitete Leitbild versucht alle Spielarten einer möglichen ausserfamiliären Kinderbetreuung zu verknüpfen und gleich zu behandeln. Der von den Stimmberechtigten genehmigte Kredit reichte aus verschiedenen Gründen nicht aus. Für das Jahr 2003 muss daher über einen Nachtragskredit von Fr. 190'000.-- und für das Jahr 2004 von Fr. 400'000.-- abgestimmt werden.

Turnfest Zimmerberg 2004
 
Reto Stampfli stellte anschliessend das geplante grosse Turnfest Zimmerberg 2004 vor, das ein attraktives Turnfest für die gesamte Bevölkerung bieten soll. Das Turnfest findet am 19./20. und 26./27. Juni 2004 in der Sportanlage Brand statt.

Es werden die Schweizermeisterschaft im Rollstuhlsport ausgetragen, daneben finden weitere Einzelwettkämpfe, Paarwettkämpfe, Wettkämpfe in rhythmischer Sportgymnastik, Aerobic, Leichtathletik sowie Vereinswettkämpfe, Steinstossen (50 kg) und Freizeitwettkämpfe statt. Ein Zelt für 2000 Personen mit Live-Musik und Abendunterhaltung, eine Flaniermeile, ein Bar-Discozelt und eine Turnfestzeitung runden den Anlass ab.

Weil ein solcher Anlass auf viele helfende Hände angewiesen ist, werden dringend weitere Mitarbeitende gesucht. Alle Details finden Sie unter www.zimmerberg2004.ch
Die Anmeldungsunterlagen befinden sich unter Helfereinsatz. Gerne nimmt auch Martin Pfenninger unter dvg.gattikon@bluewin.ch Anmeldungen entgegen.  

Simone und Martin Küttel

***

Alterszentrum Thalwil, Urnenabstimmung vom 30.11.2003:
Die Vorlage wurde mit deutlichem Mehr angenommen.

Ausserfamiliäre Kinderbetreuung, Budget-Gemeindeversammlung 03 vom 10.12.2003:
Dem Nachtragskredit von Fr. 190'000.- wurde mit grossem Mehr zugestimmt, dem Zusatzkredit von Fr. 400'000.- knapp mit 349 Ja gegen 345 Nein.

Räbeliechtli-Umzug in Gattikon

7. November 2003

Wie jedes Jahr organisierte der DVG zusammen mit der Schuleinheit Schweikrüti den traditionellen Räbenliechtli-Umzug in Gattikon. Begleitet von der Jugendmusik Adliswil und geschmückt mit vielen kunstvoll geschnitzten Räben und aufwändigen Sujetwagen zog der Umzug durch Gattikon.
Wie ebenfalls jedes Jahr wurde vor dem Umzug dem Himmel und den Meteorologen besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Und der blaue Himmel hielt, was er tagsüber versprochen hatte. Sternenklar und für eine Novembernacht gerade richtig kalt half auch das Wetter mit, einen schönen Umzug zu erleben.

Die Kindergarten- und Schulklassen hatten sich beim Räbenschnitzen wieder sehr viel Mühe gegeben und wurden durch viele Zuschauer und Mitspazierer belohnt. Die Gemeindepolizei und die Helfer des DVG sorgten während des Umzugs für eine reibungslose und sichere Durchführung.
Im Anschluss an den Umzug offerierte der DVG den Kindern ein vom Primo gesponsertes Würstli mit Brot und einen Becher Sirup. Das Tricolore verkaufte Würste und Glühwein und es dauerte recht lange, bis die letzten Nachtschwärmer die Lichtlein in den Räben löschten und sich zufrieden auf den Heimweg machten.

Vollmondnacht II

12. September 2003

Ein lauer Spätsommerabend verspricht uns eine Vollmondnacht zu erleben. Nach einer gemütlichen Wanderung von Gattikon aus, plaudernd zu verschiedenen Themen und einer herrlichen Aussicht auf den Zürichsee, sind wir in der "Frohen Aussicht" in Oberrieden angekommen. Dort erwartete uns ein gemütliches Nachtessen und ein Glas Wein.
Nachdem der Vollmond sich in seiner vollen Grösse und Schönheit zeigte und sich im Zürichsee spiegelte, erzählte uns Ursina Lüthi unter einer Linde Geschichten über "Den Mann im Mond", über "die Orientalische Mondfrau" und mehr. Jeder Zuhörer lauschte gespannt bei ihren Erzählungen. Beim Nachhauseweg zündeten wir Fackeln an und genossen den stimmungsvollen Ausgang unserer Vollmondnacht.

Informationene Sommer 2003

06. September 2003

Dorfverein Gattikon. Was liegt hinter uns, was vor uns? Und wie ist eigentlich der Stand der geplanten Verlegung der Hochspannungsleitungen durch Gattikon? Dies und mehr ist nachzulesen in den neuesten Informationen unseres Präsidenten Martin Pfenninger.

Schlittelwiese und Grüngebiet nicht verbauen

28. Juli 2003

Warum Martin Pfenninger und der Dorfverein Gattikon gegen die Einzonung im Schweikrüti kämpfen

 

«Der Gattiker Schlittelhügel darf nicht einer Überbauung geopfert werden»: Martin Pfenninger erklärt, warum der von ihm präsidierte Dorfverein Gattikon sich gegen eine vom Gemeinderat Thalwil beabsichtigte Einzonung vis-à-vis der Schulanlage Schweikrüti wehrt.

Martin Pfenninger, mit der Teilrevision der Thalwiler Bau- und Zonenordung, die im Dezember an die Budgetgemeindeversammlung kommt, will der Gemeinderat unter anderem auch die bisherige Freihaltezone südwestlich der Schulanlage Schweikrüti im Ortsteil Gattikon in eine zweigeschossige Wohnzone umwandeln. Je nach Überbauungskonzept könnten dort auf 10 000 Quadratmetern Gemeindeland 20 bis 30 Wohneinheiten entstehen. Was missfällt Ihnen und dem Dorfverein Gattikon daran?

Martin Pfenninger: Der Vorstand des Dorfvereins Gattikon ist der Ansicht, dass das betroffene Grüngebiet zwischen Waldrand und Schulanlage Schweikrüti als Schlittelhügel für die Kinder und als Erholungslandschaft für die heutigen Einwohner von Gattikon und Thalwil, aber auch für spätere Generationen erhalten bleiben muss. Im demnächst auslaufenden öffentlichen Auflageverfahren wollen wir den Gemeinderat mit einem Antrag dazu bewegen, auf die geplante Einzonung in der Vorlage zu verzichten. Über die Bau- und Zonenordnung entscheiden wird letztlich die Gemeindeversammlung.


Eine vernünftige Siedlungsgrenze ist in diesem empfindlichen Gebiet zwischen Schweikrüti und dem nahen Waldrand mit Aussichtspunkt erreicht. Mit der Einzonung würde nun ein Keil ins dortige Erholungsgebiet getrieben. Wertvoller Grünraum und auch Ackerland (derzeit ein Maisfeld) des gemeindeeigenen Bauernhofs Sihlhalde gingen unwiederbringlich verloren. Dass die Bevölkerung keine Wohnsiedlung in diesem Gebiet will, hat sie 1993 bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Schon damals wurde eine Einzonung an der Gemeindeversammlung abgelehnt. Seither ist sicher kein Stimmungsumschwung eingetreten. Im Gegenteil: Grüngebiete werden auch in der Gemeinde Thalwil immer rarer.

Weil aber seit 1993 das wenige in Thalwil noch verfügbare Bauland weiter überbaut worden sei und es für qualitativ hoch stehenden Wohnraum praktisch keine Reserven mehr gebe, sei es vertretbar, dieses Gebiet nun zur Überbauung freizugeben, argumentiert der Gemeinderat im Text zur öffentlichen Auflage. Mit einer Gestaltungsplanpflicht solle zudem eine «architektonisch und ortsbaulich hoch stehende» Lösung garantiert werden. Das tönt doch nach einem sorgsamen Umgang mit dem Boden?

Es geht uns nicht um die Frage, ob dort nun eine schlechtere oder bessere Siedlungsvariante mit Gestaltungsplan realisiert wird, sondern um das grundsätzliche Anliegen, dass der dortige Grünraum und Schlittelhang nicht angetastet und damit auch nicht überbaut wird.
Auch uns ist klar, dass das Bauland in Gattikon und im übrigen Gemeindegebiet nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Damit sind dem Wachstum von Thalwil durchaus gesunde, vernünftige und natürliche Grenzen gesetzt. Die sollte man doch respektieren. Auch wenn gemäss den vorliegenden Planungen der Aussichtspunkt am Waldrand nicht direkt beeinträchtigt wäre und zwischen Waldrand und neuer Siedlung noch ein Grünstreifen übrig bliebe, ändert das nichts daran, dass der Gattiker Schlittelhügel und das Landschaftsbild dort als Gesamtes nachher «futsch» wären.

Soll sich Thalwil also in Zeiten, wo die Steuergelder nicht mehr so üppig wie auch schon fliessen, einen «ansehnlichen Ertrag» - so der Gemeinderat wörtlich - aus dem Verkauf von 10 000 Quadratmetern Gemeindeland einfach entgehen lassen?

Die Gemeindefinanzen in Thalwil sind keineswegs derart schlecht, dass die Gemeinde auf einen solchen ausserordentlichen, einmaligen Ertrag angewiesen wäre und deshalb wertvolles Land verscherbeln müsste. Mit dem steuerpolitischen Aspekt lässt sich diese Einzonung beziehungsweise der Verkauf des Landes, bei einem Steuerfuss von tiefen 77 Prozent, nicht rechtfertigen. Statt den Boden am heutigen Siedlungsrand von Gattikon auf die Schnelle in Geld umzuwandeln, sollte das Gebiet im Sinne der Nachhaltigkeit als natürliches Kapital späteren Generationen weitergegeben werden.

Ist die ablehnende Haltung des Dorfverein-Vorstands zur Einzonung Schweikrüti überhaupt repräsentativ für die Bevölkerung von Gattikon?

Davon sind wir im Vorstand überzeugt. Und zwar nicht nur, weil die Einzonung vor zehn Jahren bereits verworfen wurde. Auch Reaktionen aus der Bevölkerung, etwa beim Gattiker Spielzeug-Flohmarkt von Anfang Monat, als wir erstmals mit einem Plakatstand informierten und spontan Unterschriften sammelten, sind ein klares Indiz dafür. Ingesamt haben wir mittlerweile etwas über 70 Unterschriften beisammen. Unterschrieben haben nicht nur Anwohner, sondern Einwohner aus ganz Gattikon, teilweise auch aus dem übrigen Gemeindegebiet.
Auch am öffentlichen Stamm des Dorfvereins vom 9. Juli, als im Rahmen der Diskussion auch Bauvorstand Hans Möhr den Standpunkt der Gemeindebehörde darlegen konnte, war der Tenor bei den rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern klar gegen die Aufhebung der Freihaltezone. Es gab viele kritische Fragen, aber kein einziges Befürworter-Votum aus dem Publikum. Ein wichtiges Argument von Bauvorstand Hans Möhr war am Stamm, dass preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden könne. Dies steht doch diametral entgegen dem Auflagetext, wonach «qualitativ hoch stehender Wohnraum» entstehen soll. Dieses Argument ist für uns schlicht nicht nachvollziehbar.

Wie aber wollen Sie im Hinblick auf die Gemeindeversammlung zur Teilrevision der Bau- und Zonenordnung die übrige Gemeindebevölkerung für Ihr Anliegen gewinnen? Vielen Thalwilern aus dem «Dorf» dürfte doch ziemlich egal sein, was jenseits der Autobahn im Ortsteil Gattikon im Sihltal geschieht.

Das fragliche Gebiet in der Schweikrüti ist über Gattikon hinaus von Bedeutung und vielen Thalwilerinnen und Thalwilern auch vertraut. Es ist ein Spazier- und Wandergebiet für alle Thalwiler. In der Nachbarschaft befindet sich die Schulanlage mit dem Hallenbad. Der Vita-Parcours und die Finnenbahn beginnen ganz in der Nähe. Im Winter schlitteln hier Kinder aus ganz Thalwil und nicht nur aus Gattikon. Deshalb ist die Einzonungsfrage in Gattikon der übrigen Bevölkerung von Thalwil wohl kaum egal. Sicher gibt es gegenwärtig noch ein Informationsmanko. Wir wollen daher die Bevölkerung im Hinblick auf die Gemeindeversammlung für unsere Anliegen sensibilisieren und über die Konsequenzen einer Einzonung breit informieren.

Das Interview erschien im Sihltaler vom 22. Juli 2003 und im Thalwiler Anzeiger vom 26. Juli 2003, Autor: Arthur Schäppi.

 

 

 

 

Unser Schlittelhügel soll überbaut werden!

9. Juli 2003

Am 9. Juli 2003 lud der Dorfverein Gattikon die Einwohnerinnen und Einwohner von Gattikon und Thalwil zu einer Informationsveranstaltung anlässlich der aktuell geplanten Teilrevision der Bau- und Zonenordnung ein. Das Hauptanliegen betraf den Schlittelhügel in der Freihaltezone neben dem Schulhaus Schweikrüti, der neu in die Bauzone überführt werden soll.

Mit einigen einleitenden Worten eröffnete der Präsident Martin Pfenniger die Informationsveranstaltung. Er zeigte anhand von Ortsplänen und Fotos, welche Teile des "Schlittelhügels" von der Umzonung betroffen sind. Es handelt sich dabei um gut 10'000 m² Land, das zur Zeit grösstenteils vom gemeindeeigenen Bauern mit Futtermais bepflanzt ist. Nicht zum ersten Mal schlägt der Gemeinderat vor, diesen grünen Hügel am Waldrand zum Naherholungsgebiet Sihlwald zu überbauen. Letztmals hatte die Thalwiler und Gattiker Bevölkerung im Jahre 1993 die Einzonung erneut abgelehnt. Der Bauvorstand Hans Möhr erläuterte den Anwesenden, dass im Zuge der regelmässigen Überprüfung und Anpassung der bestehenden Bau- und Zonenordnung an die gewandelten Bedürfnisse nun auch das Land am Schlittelhügel derart attraktiv sei, dass es eingezont werden soll. Das Land gehört der Gemeinde Thalwil. Auf dem Gemeindegebiet Gattikon sind das Areal "Weiherhaus" und das Land vor dem bestehenden Schulhaus Schweikrüti noch ungenutztes Bauland. Trotzdem soll die zusammenhängende Grünfläche für die Überbauung mit 20 bis 30 einfachen und lichtdurchfluteten Wohneinheiten freigegeben werden (Wohnzone W2).

Zusammen mit einer Gestaltungsplanpflicht wird das entweder die Bebauung mit mehreren Ein- oder Zweifamilienhäusern oder mit 2 bis 3 grösseren Häuserkomplexen bedeuten. Die Motive der Baukommission, die der Gemeinderat so akzeptiert hat, sind vorab das Bedürfnis nach preisgünstigem Wohnraum innerhalb Thalwil und damit einer guten Durchmischung der Bevölkerungsstruktur in der Gemeinde. Der Schlittelhügel würde sich diesbezüglich für die Überbauung mit preisgünstigen Wohneinheiten vor allem für junge Familien eignen. Es werde auch nicht der Hügel selbst, sondern nur der Fuss des Hügels bebaut. So würde zum Beispiel der Aussichtspunkt oben am Waldrand belassen.

Die den Ausführungen von Bauvorstand Möhr folgende Diskussion kritisierte zum Teil in hitzigen und emotionalen Voten das Motiv des "preisgünstigen Wohnraumes". Angesichts der aktuellen Bodenpreise im Raume Thalwil sei es undenkbar, wirklich preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, der dann auch tatsächlich von jungen Familien genutzt werde. Es wurde auch vorgebracht, dass die Lärmemissionen des Schulhauses zu anhaltendem Konfliktstoff mit den zukünftigen Nachbarn werden würde. Auch müsse dem Schulhaus, das bereits heute eher klein bemessen sei, Raum zum Wachsen belassen werden. Schliesslich wurde überwiegend darauf hingewiesen, dass es vor allem in Hinblick auf die folgenden Generationen kaum sinnvoll sei, den einzigartigen zusammenhängenden Grüngürtel zu überbauen, solange die Gemeindefinanzen noch keinen prekären Tiefstand aufweisen und in Gattikon zur Zeit rund 30 Eigentumswohnungen und zwei Einfamilienhäuser mangels Kaufinteressenten freistünden. Einmal überbaut, sei diese grüne Oase unwiederbringlich verloren.

Der Dorfvereinspräsident schloss die Diskussion mit dem Hinweis, dass der Vorstand des DVG zuhanden des Gemeinderates fristgerecht Antrag gegen die geplante Einzonung stellen werde. Bauvorstand Hans Möhr und der Dorfvereinspräsident forderten abschliessend alle Interessierten und Engagierten auf, an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2003 (Budgetversammlung) zahlreich zu erscheinen und die jeweiligen Ansichten während der Versammlung und durch jede Stimme gewichtig zu vertreten.  

Simone Küttel

 

 

 

6. Spielzeug-Flohmarkt

05. Juli 2003

Manchmal muss man das Wetter mit Gelassenheit ertragen. Unter diesem Motto hatten es sich die Kinder mit ihren Verkaufsauslagen unter den Arkaden des Obstgartenplatzes bequem gemacht. Der Dorfverein baute seinen Kuchenstand unter dem Zelt auf und alle waren gewillt, die grauen Wolken zu ignorieren. Und tatsächlich, es nützte etwas.

Schon bald fanden sich eine stattliche Anzahl kauflustiger Passanten, Neugierige und Familienmitglieder auf dem Platz ein, um das eine oder andere lang ersehnte Spielzeug zu ergattern. Auch der vom Dorfverein verkaufte Kuchen und Kaffee fand regen Anklang. Die Kinder liessen sich obendrein durch ein Tierspurenrätsel herausfordern. Weil viele richtige Lösungen eingingen, loste der DVG Präsident anschliessend die glücklichen drei Hauptgewinner aus. Gewonnen haben: Dani Jecklin 1. Preis, Nathalie Boss 2. Preis, Vanessa Bovens 3.Preis.

Das Restaurant Tricolore bot zur Freude der Kinder an, Pizzas selber zu backen. Pünktlich auf die Mittagszeit warfen die Restaurantbetreiber den Wurstgrill an. Mit viel Applaus wurde schliesslich das Nachwuchskader der Jugendmusik Langnau bedankt, das zu einem eindrücklichen Platzkonzert aufspielte.

Ein grosses Dankeschön geht an alle Märtmädchen und -knaben, Musikerinnen und Musiker, Passantinnen und Passanten, die auch dieses Jahr den Spielzeugflohmarkt zu einem Gattiker Ereignis machten!

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